Anfang September besuchten Niedersachsens Energieminister Christian Meyer und Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt gemeinsam mit weiteren Vertretern die Baustelle von Gasunie auf Lühesand. Dort verläuft eine Leitung, die derzeit für den künftigen Wasserstofftransport umgebaut wird. Sie ist Teil eines deutlich größeren Infrastrukturvorhabens: Das Hyperlink-Projekt von Gasunie soll mit rund 1.000 Kilometern Wasserstoffnetz einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes bilden. Es soll zentrale Erzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkte mit Importpunkten und Speichern verknüpfen und Deutschland zugleich Zugang zu Wasserstoffaufkommen in den Niederlanden und Dänemark ermöglichen.
Von Norddeutschland bis nach Dänemark
Hyperlink 3 bildet den nördlichen Teil dieses Vorhabens. Perspektivisch reicht das grenzüberschreitende Wasserstoff-Transportnetz vom Wasserstoff-Untergrundspeicher Lille Torup in Dänemark bis nach Heidenau bei Hamburg, wo der Anschluss an weitere Hyperlink-Teilprojekte erfolgt. Damit sollen nicht nur Wasserstoffimporte aus Dänemark ermöglicht, sondern auch wichtige Industriestandorte und Energieinfrastrukturen erschlossen werden. Dazu zählen unter anderem die Region Brunsbüttel/Heide, zukünftige Großverbraucher und Produktionsprojekte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die Wasserstoff-Empfangsterminals in Stade und Brunsbüttel. Auch der Zugang zum Wasserstoff-Untergrundspeicher SaltHy in Harsefeld ist vorgesehen.
Bei der Realisierung setzt Gasunie so weit wie möglich auf vorhandene Infrastruktur. Bestehende Erdgasleitungen werden dort für Wasserstoff ertüchtigt, wo dies technisch und unter Berücksichtigung der weiterhin erforderlichen Erdgasversorgung möglich ist. Wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, sollen neue Energietransportleitungen entstehen. Damit einher geht die Anpassung der zugehörigen Anlagen und Stationen entlang der Leitungen und genau hier liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Mindestens 40 Einzelmaßnahmen in Planung und Umsetzung
Nach aktuellem Planungsstand umfasst das Projekt mindestens 40 Einzelmaßnahmen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Mittelpunkt stehen der Umbau und die Erweiterung bestehender Erdgasstationen, wobei jeder Standort eigene technische Rahmenbedingungen mit sich bringt und eine individuelle Planung sowie entsprechende Genehmigungen erfordert. Die Umsetzung erfolgt deshalb gestaffelt über mehrere Jahre: Während sich einige Maßnahmen noch in der Planung befinden, sind andere bereits in der baulichen Umsetzung. Aktuell werden fünf Maßnahmen baulich umgesetzt - darunter der Austausch einer Isolierkupplung einer Bestandsleitung auf der Elbinsel Lühesand.
Die Herausforderung liegt dabei nicht allein in der einzelnen Maßnahme, sondern vor allem im Zusammenspiel des Gesamtprojektes. Unterschiedliche Planungs-, Genehmigungs- und Bauphasen laufen parallel und müssen über zahlreiche Standorte hinweg koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Genau darin liegt die besondere planerische Komplexität von Hyperlink 3 und zugleich eine Aufgabe, bei der die BPM Gruppe ihre Erfahrung in der Planung anspruchsvoller Infrastrukturvorhaben einbringt.