MOLL - Ingenieurplanung unter besonderen Bedingungen: Neuer Flussdüker sichert Pipelinequerung im Ahrtal

Als Folge der Flutkatastrophe 2021 wird die Ahr in vielen Abschnitten nicht nur wiederhergestellt, sondern zukunftsfähiger gestaltet. Ziel ist es, Gewässerräume ökologisch aufzuwerten, den Abfluss zu verbessern und die Hochwasservorsorge zu stärken. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Gewässerentwicklung, Infrastruktur und Versorgungssicherheit war die MOLL-prd GmbH & Co. KG aus der BPM Gruppe planerisch beteiligt.

Im Zuge der Gewässerwiederherstellung ist es vorgesehen, Randbereiche der Ahr abzuflachen und zu erweitern. Dadurch würde eine bestehende Mineralölproduktenpipeline die behördlich geforderte Mindestüberdeckung künftig nicht mehr überall einhalten. Die Lösung: Eine Tieferlegung als Ersatzneubau auf rund 200 Metern Länge – einschließlich eines neuen Flussdükers von etwa 100 Metern. Nach Planung, Genehmigung und Vergabe der Bauleistung starteten die Arbeiten Anfang 2026. Zunächst wurden Baustelleneinrichtungsflächen hergestellt, der Düker nach der geplanten Geometrie vorgefertigt, geprüft und mit einer Auftriebssicherung aus Beton versehen. Anschließend entstanden Dükerrinne und Ufereinschnitte. Der Aushub wurde dabei sorgfältig nach wassergesättigtem und trockenem Boden getrennt.

Präzisionsarbeit zwischen Wasserbau und Pipelinetechnik

Ein besonderer Moment folgte Anfang Mai: Der vorbereitete Düker wurde mit vier Autokränen in die Dükerrinne eingehoben und anschließend mithilfe von 17 Auftriebskörpern kontrolliert eingeschwommen. Jeder dieser Auftriebskörper konnte bei voller Eintauchtiefe rund drei Tonnen Auftrieb erzeugen. Über eine Horizontalspülbohranlage wurde der Düker präzise in seine Endlage gezogen. Danach wurde die Luft aus den Auftriebskörpern abgelassen, sodass das Bauwerk gleichmäßig und kontrolliert auf die vorgesehene Tiefe absinken konnte.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie anspruchsvoll moderne Ingenieurplanung heute ist: Sie verbindet technische Sicherheit, Bauausführung im sensiblen Gewässerraum, Genehmigungsanforderungen, Umweltschutz und den langfristigen Schutz kritischer Infrastruktur. Gleichzeitig verdeutlicht das Vorhaben, wie abwechslungsreich und verantwortungsvoll Planung in der Infrastruktur sein kann. Für Auftraggeber zeigt es: Die Unternehmen der BPM Gruppe entwickeln tragfähige Lösungen auch dort, wo Wasserbau, Leitungsbau und Hochwasservorsorge unmittelbar ineinandergreifen.